Nachrichten über Brennstoffzellen

Suchen
Generic filters
Exact matches only

Was kostet eine Tankfüllung Wasserstoff?

Was kostet eine Tankfüllung Wasserstoff?

Copyright Abbildung(en): Grzegorz Czapski / Shutterstock.com

So gefragt wäre jede Antwort eher unseriös. Vorher gilt es noch zu differenzieren, genauso wie beim Benzin- oder Diesel-Fahrzeug. Wir müssen zuerst die eigene Fahrweise beachten oder zumindest unterscheiden zwischen Stadt-Verkehr und Autobahn bei den persönlichen Alltagsbedürfnissen.

Doch der Wichtigste von allen Faktoren ist das jeweilige Modell und sein Hersteller: Wie bei allen anderen Antriebsarten auch, bestehen Unterschiede beim Verbrauch. Zu guter Letzt sollten, wenn möglich, ergänzend zu den Angaben des Verkäufers oder Produzenten auch noch Erfahrungswerte der Besitzer in die Rechnung mit einbezogen werden. Das ist allerdings das schwierigste Unterfangen bei jeder Neuheit. Doch jeder, der Lust und Laune hat, kann laufend Erfahrungswerte von bestimmten Modellen recherchieren. Das funktioniert jedoch immer erst nach einer gewissen Zeit ab Marktauftritt des jeweiligen Flitzers.

Was sagt der Markt von heute?

Schauen wir uns den Verbrauch der aktuell angebotenen Modelle an, welche derzeit den Markt von Wasserstoff-Autos ausmachen. Damit bekommt man den besten Überblick, der zurzeit noch möglich ist. Dazu werden unten einige der bekanntesten Hersteller analysiert und mit dem aktuellen Kilopreis für Wasserstoff verglichen. Eine Ausnahme besteht bei Volkswagen. Warum, wird unten erklärt.

  • h-tron von Audi

Audi benennt seine Produktion an Wasserstoff-Autos kurz „h-tron“. Das Unternehmen trumpft mit der Angabe auf, das Gas zum Befüllen selber, und zwar CO2-neutral, zu produzieren. Es verwendet nach eigenen Angaben dazu ausschließlich Öko-Strom. Wer mehr über die Entwicklung und vor allem die doch überwältigenden Fotos seiner Produktionen anschauen möchte, wird auf der Website von Audi etwas länger verweilen. Hier kommen wir zum Kostenpunkt beim Betrieb von h-tron:

Der Audi h-tron quattro concept fährt mit einer Brennstoffzelle, die 110 KW/h an Leistung bietet. Die Berechnung des Kostendurchschnitts ist einfach: 600 kg Speicherung von Wasserstoff sind möglich, damit fährt man im Durchschnitt 600 km. Also kommen 100 km auf 1 kg Wasserstoff. Das bedeutet beim momentanen Preis von 9,5 € pro Kilo die Summe von 57 € für einen Volltank. Als Stack bei diesem Modell werden drei Wasserstofftanks verbunden. Resümee: Der altbekannte, fossil betriebene Audi quattro mit 110 KW/h würde für 100 km 6,5 Liter Diesel benötigen und daher einen Betrag von 65 € für dieselbe Tankladung erfordern. Der Unterschied ist eigentlich marginal aber in Summe doch beachtlich.

  • GLC-F-Cell von Mercedes

Die Daimler AG kombiniert eine Brennstoffzelle mit Batterie für einen Elektroantrieb– das Ergebnis ist der GLC-F-Cell, ein SUV, der gänzlich CO2-frei betrieben werden kann. Ausdrücklich bietet er seinen Besitzern nach Herstellerangaben alle Eigenschaften eines Langstreckenfahrzeugs. Dabei hebt der Autobauer die Kombination der beiden Antriebsarten als Ursache für seine hohe Reichweite. Wie die meisten Erzeuger weist er auf die kurze Betankungszeit von Wasserstoff-Fahrzeugen hin. Es dauert demnach nur drei Minuten, bis der Wasserstoff-Tank mit seinem Fassungsvermögen von 4,4 kg gefüllt ist. Das Auto hat eine Leistung von 155 KW/h. Daneben ist ein Anschluss an einer Haushalts-Steckdose für eineinhalb Stunden notwendig um ihn vollständig aufzuladen. Seine maximale Reichweite beträgt danach bis zu 478 km.

Tankt man ihn vollständig zum Preis von 41,8 € auf uns ladet ihn entsprechend mit Strom auf, so kann diese Reichweite ausgeschöpft werden. Das bedeutet, 100 Kilometer kosten 8,7 €, wobei der Strom noch nicht berücksichtigt ist.

  • Der Mirai von Toyota

Toyota, als im Großen und Ganzen langjährig zuverlässiger Partner geschätzt, brachte mit dem Modell Mirai seinen mit Wasserstoff betriebenen Pionier unters Volk. Auch dieser Hersteller legt Wert auf die Feststellung einer zu 100 % CO2-neutral angetriebene Limousine.

Transparenz kann man Toyota nicht absprechen – auf seiner Internetpräsenz wird der klare Wert von 0,76 kg Wasserstoff beim Verbrauch angegeben. Eine mühselige Rechnerei erspart er damit dem Betrachter und Interessenten. Bei 100 km Fahrtstrecke kostet der Betrieb des Toyota Mirai 76 €.

  • Der Wasserstoff X5 von BMW

BMW schuf mit seinem Hydrogen 7 wohl einen Flopp. 100 Stück wurden gebaut und diese nur verleast. Dieses Experiment gilt als gescheitert und es hieß für ihn: Zurück an den Start. Doch gänzlich am Anfang befindet man sich natürlich nicht. Die letzte Zeit wurde jedenfalls mit Forschung und Planung gut genutzt. Denn die mancherorts mit 2025 angekündigte Serienproduktion basiert schon auf sehr genaue hard facts und einem Prototypen: Der mit Wasserstoff betriebene X5 von BMW steht schon fast in seinen Startlöchern. Dabei bedient sich BMW einer Kooperation mit Toyota und weiß heute schon: Der Tank wird ein Fassungsvermögen 4,5 kg Wasserstoff aufweisen und eine Vollladung damit 42,75 € kosten. Die Reichweite von 450 km erlaubt eine ganz einfache Berechnung für den Preis von 9,5 € pro Kilo.

  • Volkswagen – ein Exkurs ins Nirwana

VW publiziert auf seiner Internetpräsenz einen Artikel, der sich einem Vergleich zwischen den CO2-neutralen Antriebsarten, also Wasserstoff und Elektroantrieb, widmet. Er schließt zwar mit einer objektiv anmutenden Aufstellung der Vor- und Nachteile von Wasserstoff-Autos. Ein wenig Skepsis schleicht sich jedoch objektiv betrachtet angesichts der Eigenschaften, welche als „Nachteil“ eingereiht wurden, ein. Das wäre zum Beispiel die „Entzündlichkeit von Wasserstoff“, welche heute erwiesenermaßen niemanden im Individualverkehr zum Nachteil gereicht.

Insofern ist das Resümee von VW etwas zweifelhaft, auch betreffend die angeblich „hohen Kosten“ beim Betrieb und bei der Anschaffung. Immerhin beweisen uns seine Konkurrenten geradezu das Gegenteil dieser doch bedenklichen Feststellung. Die Rechnung von VW baut auf einen Tankpreis für 100 km in der Höhe von 9 -12 € auf.

Wie wir an den oben vorgestellten, neuen Modellen seiner Konkurrenz aber feststellen konnten, sind diese Preise alles andere als üblich und decken sich mit den Betriebskosten der Elektromobilität. Es wird daher auf eine Präsentation der Wasserstoff-Autos von VW verzichtet.

Newsletter abonnieren

Freitagmittag Punkt 12 Uhr erhältst du die neusten Informationen aus der Welt der Brennstoffzelle kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.